Drop-Shot-Angeln

Passende Ausrüstung

Das Prinzip

Beim Drop-Shot wird die klassische Montage auf den Kopf gestellt: Das Gewicht sitzt ganz unten an der Schnur, der Haken ist darüber angebunden und steht waagerecht ab. So schwebt der Köder in einer gewählten Höhe über dem Grund und lässt sich einem vorsichtigen Fisch fast unbewegt anbieten. Die Methode stammt aus der amerikanischen Schwarzbarschfischerei und ist in Europa zu einer Schlüsseltechnik für Barsch und Zander geworden, besonders bei kaltem oder klarem Wasser.

Das Gerät

Eine leichte Rute mit empfindlicher Spitze, eine leichte Rolle, dünne geflochtene Schnur und ein Fluorocarbonvorfach. Dazu spezielle Drop-Shot-Haken, die von der Schnur abstehen, Klemmgewichte – möglichst bleifrei – und kleine Finesse-Gummiköder wie Würmer, Fischimitate oder kleine Krebse. Vom Boot aus ist ein Echolot eine große Hilfe, um Fische an Kanten oder Hindernissen zu finden.

Die Montage

Binden Sie den Haken mit einem Palomarknoten und lassen Sie darunter ein langes Schnurende stehen. Klemmen Sie das Gewicht an dieses Ende: Der Abstand zwischen beiden bestimmt die Höhe des Köders über dem Grund – wenige Zentimeter für den Zander, mehrere Dezimeter für schwebende Barsche. Ködern Sie den Gummiköder an der Nase an, damit er natürlich hängt.

Führung – so wenig wie möglich

Lassen Sie die Montage zum Grund ab, halten Sie das Gewicht in Kontakt und die Schnur leicht gespannt. Lassen Sie die Rutenspitze nur leicht zittern: Der Köder soll vibrieren, ohne sich vom Fleck zu bewegen. Gerade diese langsame Präsentation bringt träge Fische zum Biss. Man kann die Montage auch auswerfen und in kleinen Sprüngen heranziehen. Spüren Sie Gewicht, heben Sie die Rute ruhig an – ein harter Anschlag reißt feine Haken leicht aus.

Vorsicht bei Fischen aus großer Tiefe

Drop-Shot wird oft in mehr als zehn Metern Tiefe gefischt. Gravel und Cooke (2008) zeigten bei Turnier-Schwarzbarschen, dass die Schwere des Barotraumas den physiologischen Zustand, das Verhalten nach dem Zurücksetzen und das Schicksal der Fische beeinflusst. Barsche und Zander, die schnell aus großer Tiefe geholt werden, haben häufig eine aufgeblähte Schwimmblase. Wer zurücksetzen möchte, fischt in mäßiger Tiefe und drillt langsam; ansonsten behält man nur Fische, die man verwertet, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Die Übersicht von Siepker und Kollegen (2007) beschreibt Catch-and-Release bei Schwarzbarschen.

Regeln

In mehreren Bundesländern gilt während der Raubfisch-Schonzeit ein Kunstköderverbot, und Bleigewichte werden zunehmend eingeschränkt. Prüfen Sie die Regeln Ihres Gewässers sowie die Mindestmaße von Barsch und Zander.

Die Ausrüstung im Einzelnen

  • Leichte Rute mit feiner Spitze
  • Leichte Rolle mit feiner Bremse
  • Dünne geflochtene Schnur
  • Fluorocarbonvorfach
  • Drop-Shot-Haken, die abstehen
  • Drop-Shot-Gewichte zum Klemmen, möglichst bleifrei
  • Kleine Finesse-Gummiköder
  • Echolot zum Finden von Fischen und Strukturen
  • Gummierter Kescher

Schritt für Schritt

  1. Haken mit Palomarknoten binden und ein langes Ende darunter lassen.
  2. Das Gewicht in gewünschtem Abstand unter dem Köder anklemmen.
  3. Den Gummiköder an der Nase anködern, damit er natürlich hängt.
  4. Bis zum Grund ablassen, Gewicht in Kontakt, Schnur leicht gespannt.
  5. Kaum bewegen: kleine Zitterbewegungen der Spitze, Köder fast still.
  6. Bei Gewicht mit ruhigem Anheben anschlagen.

Häufige Fehler

  • Zu viel Aktion: Der Köder soll fast stillstehen.
  • Falscher Abstand zwischen Gewicht und Haken.
  • Zu harter Anschlag mit feinem Haken.
  • Tief gefangene Fische schnell heraufholen und dann zurücksetzen wollen.

Vor dem Angeln zu prüfende Regeln

  • Kunstköderverbote während der Raubfisch-Schonzeit.
  • Bleibeschränkungen.
  • Zulässige Hakenanzahl pro Schnur.
  • Mindestmaße und Fanglimits.

Angelvorschriften nach Land

Häufige Fragen

Was ist Drop-Shot-Angeln?

Drop-Shot ist eine Kunstködermontage, bei der das Gewicht ganz unten an der Schnur sitzt und der Haken mit einem kleinen Gummiköder darüber absteht. So schwebt der Köder in wählbarer Höhe fast unbewegt über dem Grund. Die Methode ist besonders auf Barsch und Zander bei kaltem oder klarem Wasser erfolgreich.

Beim Drop-Shot wird die klassische Montage umgedreht: Das Gewicht hängt am Ende der Schnur, darüber wird ein spezieller Haken mit einem Palomarknoten so angebunden, dass er waagerecht absteht. Der Abstand zwischen Gewicht und Haken bestimmt, wie hoch der Köder über dem Grund steht, für Zander oft nur wenige Zentimeter, für schwebende Barsche mehrere Dezimeter. Als Köder dienen kleine Finesse-Gummiköder, die an der Nase angeködert werden. Geführt wird kaum: Das Gewicht bleibt am Grund, die Rutenspitze zittert leicht, und der Köder vibriert auf der Stelle. Gerade diese langsame Präsentation bringt träge Fische zum Biss. Die Methode stammt aus der amerikanischen Schwarzbarschfischerei und ist in Europa eine Schlüsseltechnik für Barsch und Zander. Weil oft in großer Tiefe gefischt wird, ist beim Zurücksetzen Vorsicht nötig: Gravel und Cooke (2008) zeigten bei Turnier-Schwarzbarschen, dass die Schwere des Barotraumas Verhalten und Schicksal der Fische beeinflusst. Rechtlich gilt Drop-Shot mit Kunstköder oft als Spinnangeln; in der Raubfischschonzeit sind Raubfischköder in mehreren Bundesländern verboten, in Sachsen laut Fischereiverordnung vom 1. Februar bis 30. April.

Amtliche Quellen : Gravel & Cooke 2008 – Severity of barotrauma in tournament-caught bass (NAJFM) ; Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO)

Wie angelt man mit Drop-Shot?

Haken mit Palomarknoten anbinden, darunter ein Schnurende stehen lassen und das Gewicht daran klemmen; der Abstand bestimmt die Köderhöhe. Die Montage zum Grund ablassen, Schnur leicht gespannt halten und den Köder durch leichtes Zittern der Rutenspitze auf der Stelle bewegen. Bei Gewicht ruhig anschlagen.

Erstens die Montage: Binden Sie einen Drop-Shot-Haken mit einem Palomarknoten so an, dass die Spitze nach oben zeigt und ein langes Schnurende darunter bleibt. Klemmen Sie das Gewicht an dieses Ende, möglichst bleifrei; Scheuhammer und Norris (1996) haben die Giftigkeit verlorener Bleigewichte für Wildtiere beschrieben. Der Abstand zwischen Haken und Gewicht bestimmt die Höhe des Köders: wenige Zentimeter für den Zander, mehrere Dezimeter für schwebende Barsche. Zweitens der Köder: kleine Finesse-Gummiköder, an der Nase angeködert, damit sie natürlich hängen. Drittens die Führung: Lassen Sie die Montage senkrecht vom Boot oder nach einem Wurf vom Ufer zum Grund, halten Sie Grundkontakt und die Schnur leicht gespannt und lassen Sie die Rutenspitze nur leicht zittern; der Köder soll vibrieren, ohne vom Fleck zu kommen. Man kann die Montage auch in kleinen Sprüngen heranziehen. Viertens der Anschlag: Spüren Sie Gewicht, heben Sie die Rute ruhig an, denn feine Haken reißen bei hartem Anschlag leicht aus. Bei Fischen aus großer Tiefe langsam drillen: Gravel und Cooke (2008) zeigten, dass Barotrauma das Überleben zurückgesetzter Fische beeinflusst.

Amtliche Quellen : Scheuhammer & Norris 1996 – The ecotoxicology of lead shot and lead fishing weights (Ecotoxicology) ; Gravel & Cooke 2008 – Severity of barotrauma in tournament-caught bass (NAJFM)

Wann angelt man mit Drop-Shot?

Drop-Shot lohnt sich vor allem, wenn Fische träge sind und dicht über Grund stehen: bei kaltem Wasser im Herbst und Winter, bei klarem Wasser und bei vorsichtigen Barschen und Zandern. In Deutschland ist das Angeln mit Kunstködern während der Raubfischschonzeit in mehreren Bundesländern verboten.

Die Stärke des Drop-Shots ist die fast unbewegte Präsentation eines kleinen Köders in genau der Höhe, in der die Fische stehen. Deshalb spielt die Methode ihre Vorteile aus, wenn aktive Köder nicht mehr fangen: bei kaltem Wasser im Spätherbst und Winter, wenn Barsche und Zander tief und träge stehen, bei klarem Wasser, in dem vorsichtige Fische große Köder meiden, und an stark befischten Gewässern. Vom Boot aus kann man mit dem Echolot Fische an Kanten und Hindernissen finden und den Köder senkrecht darüber anbieten; vom Ufer aus funktioniert Drop-Shot an Spundwänden, Hafenbecken und Steinpackungen. Weil oft in großer Tiefe gefischt wird, sollte man bedenken, dass schnell heraufgeholte Fische ein Barotrauma erleiden können, wie Gravel und Cooke (2008) zeigten. Rechtlich wichtig: Während der Raubfischschonzeit ist das Angeln mit Raubfischködern in mehreren Bundesländern verboten, in Sachsen laut Fischereiverordnung vom 1. Februar bis 30. April, in Bremen laut Binnenfischereiverordnung das Spinnfischen vom 1. Februar bis 15. Mai, und in Hamburg sind während der Zanderschonzeit Kunstköder weitgehend untersagt. Prüfen Sie Landesrecht und Gewässerordnung.

Amtliche Quellen : Gravel & Cooke 2008 – Severity of barotrauma in tournament-caught bass (NAJFM) ; Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO) ; Bremische Binnenfischereiverordnung ; Verordnung zur Durchführung des Hamburgischen Fischerei- und Angelgesetzes

Welche Rute eignet sich für Drop-Shot?

Für Drop-Shot eignet sich eine leichte Rute mit sehr feiner, empfindlicher Spitze, die das Zittern des Köders überträgt und vorsichtige Bisse zeigt, kombiniert mit einer leichten Rolle mit feiner Bremse, dünner geflochtener Schnur und Fluorocarbonvorfach. Vom Boot reicht eine kürzere, vom Ufer ist eine etwas längere Rute praktisch.

Belastbare Normwerte für Länge und Wurfgewicht lassen sich nicht allgemein angeben, weil sie von Gewichtsgröße, Tiefe und Zielfisch abhängen. Das Anforderungsprofil ist aber klar. Beim Drop-Shot wird der Köder fast unbewegt angeboten, und Bisse zeigen sich oft nur als leichtes Tock oder als zusätzliches Gewicht. Deshalb braucht man eine leichte Rute mit feiner, empfindlicher Spitze, die kleinste Bewegungen überträgt, und genug Rückgrat im unteren Teil, um bei Barsch und Zander den Haken zu setzen. Dazu gehören eine leichte Stationärrolle mit fein einstellbarer Bremse, weil feine Haken bei harten Fluchten ausschlitzen können, eine dünne geflochtene Schnur für direkten Kontakt und ein Fluorocarbonvorfach, das im klaren Wasser wenig auffällt. Vom Boot, senkrecht über den Fischen, ist eine kürzere Rute handlicher; vom Ufer, wenn die Montage ausgeworfen und herangezupft wird, hilft eine etwas längere Rute bei Wurfweite und Schnurkontrolle. Wo Hechte vorkommen, riskiert man mit Fluorocarbon Abbisse; manche Gewässer schreiben dann Stahlvorfächer vor. Bei Fischen aus großer Tiefe sollte man langsam drillen, weil Barotrauma das Überleben zurückgesetzter Fische beeinflusst (Gravel und Cooke 2008).

Amtliche Quellen : Gravel & Cooke 2008 – Severity of barotrauma in tournament-caught bass (NAJFM)

Zitierte Studien

  1. Gravel & Cooke (2008) Severity of Barotrauma Influences the Physiological Status, Postrelease Behavior, and Fate of Tournament-Caught Smallmouth Bass North American Journal of Fisheries Management doi:10.1577/m07-013.1
    Zeigt, dass die Schwere des Barotraumas Physiologie, Verhalten und Schicksal von Turnier-Schwarzbarschen beeinflusst: relevant für eine Tiefenmethode.
  2. SIEPKER et al. (2007) A review of the effects of catch‐and‐release angling on black bass, Micropterus spp.: implications for conservation and management of populations Fisheries Management and Ecology doi:10.1111/j.1365-2400.2007.00529.x
    Übersicht zu Catch-and-Release bei Schwarzbarschen.