Eisangeln

Passende Ausrüstung

Eine Tradition des Nordens

Eisangeln wird überall dort betrieben, wo Seen lange genug zufrieren: in Kanada, im Norden der USA, in Skandinavien, Finnland, dem Baltikum und auf manchen Seen in den Alpen, etwa in Österreich und der Schweiz. Man bohrt ein Loch ins Eis und fischt senkrecht, oft aus einem Zelt heraus. Barsch, Hecht, Seesaibling, Glasaugenbarsch, Namaycush und Forellen sind klassische Zielfische.

Sicherheit zuerst

Eis ist nie mit Sicherheit tragfähig. Dicke und Festigkeit schwanken von Stelle zu Stelle, abhängig von Strömungen, Zuflüssen, Schilf, Schneeauflage und Tauwetter. Wir nennen bewusst keine Richtwerte für die Eisdicke: Halten Sie sich an die offiziellen Hinweise Ihres Landes oder Ihrer Region, fragen Sie Behörden und einheimische Angler und prüfen Sie das Eis beim Gehen. Gehen Sie nie allein, tragen Sie einen Schwimmanzug oder eine Schwimmweste, haben Sie Eispickel um den Hals und eine Wurfleine griffbereit. Meiden Sie dunkles, rissiges oder nasses Eis. Viele Gemeinden geben Seeflächen offiziell frei oder sperren sie – diese Hinweise sind verbindlich.

Die Ausrüstung

Ein Eisbohrer, von Hand oder mit Motor; ein Zelt als Windschutz; kurze Eisruten und, wo erlaubt, Tip-ups; kleine Jigs, Eisblinker und Balance-Jigs; feine Schnur, die in der Kälte geschmeidig bleibt; ein Eis-Echolot, das Grund und Fische unter dem Loch zeigt. Warme Kleidung im Zwiebelprinzip und trockene Wechselkleidung ergänzen die Ausrüstung.

Angeln

Bohren Sie mehrere Löcher über Kanten oder Erhebungen, suchen Sie die Fische mit dem Echolot und bieten Sie einen kleinen Köder knapp über Grund an, mit kurzen Zupfern und Pausen. Bei strenger Kälte sind Fische oft träge: langsame Bewegungen und kleine Köder funktionieren am besten.

Zurückgesetzte Fische und Kälte

Strenge Kälte ist ein zusätzliches Risiko für Fische, die man zurücksetzt. Twardek und Kollegen (2017) verfolgten das Überleben von Glasaugenbarschen nach dem Eisangeln, Logan und Kollegen (2019) untersuchten die Folgen winterlicher Luftexposition auf deren Physiologie und Reflexe, und Dextrase und Ball (1991) maßen die Hakensterblichkeit von Namaycush beim Eisangeln. Praktisch heißt das: Fisch langsam heraufholen, über dem Loch abhaken, ohne ihn aufs Eis zu legen, und innerhalb weniger Sekunden zurücksetzen.

Regeln

Prüfen Sie, ob Eisangeln und das Betreten des Eises erlaubt sind, wie viele Ruten und Löcher zulässig sind, welche Regeln für lebende Köderfische gelten und ob es Vorgaben zu Lochgröße oder Zelten gibt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz legen das Länder, Kantone, Gemeinden und Gewässerordnungen fest.

Die Ausrüstung im Einzelnen

  • Hand- oder Motoreisbohrer
  • Eiszelt gegen Wind und Kälte
  • Kurze Eisruten und Tip-ups, wo erlaubt
  • Kleine Jigs, Eisblinker, Balance-Jigs Flache Metall-Jigs mit Assist Hooks, 3er-Set 24,90 €
  • Feine, kältebeständige Schnur
  • Eis-Echolot
  • Schwimmanzug oder Schwimmweste, Eispickel um den Hals, Wurfleine
  • Zange und Hakenlöser
  • Trockene Wechselkleidung

Schritt für Schritt

  1. Offizielle örtliche Hinweise zur Eissicherheit prüfen und Einheimische fragen.
  2. Nie allein gehen; jemanden über die Route informieren.
  3. Eis beim Gehen prüfen; Strömungen, Zuflüsse, Schilf und dunkles oder rissiges Eis meiden.
  4. Löcher bohren, Tiefe und Fische mit dem Echolot finden.
  5. Kleinen Jig am Grund führen oder Köder anbieten, wo erlaubt.
  6. Fisch langsam heraufholen, schnell abhaken, nie auf dem Eis gefrieren lassen.
  7. Löcher nach örtlichem Brauch markieren und vor Dunkelheit zurückkehren.

Häufige Fehler

  • Sich auf das Aussehen des Eises oder fremde Spuren verlassen.
  • Allein oder ohne Eispickel gehen.
  • Zuflüssen und Strömung zu nahe kommen.
  • Zurückzusetzende Fische der eisigen Luft aussetzen.
  • Kälte unterschätzen.

Vor dem Angeln zu prüfende Regeln

  • Ob Eisangeln und das Betreten des Eises erlaubt sind.
  • Anzahl der Ruten und Löcher.
  • Vorgaben zu Lochgröße und Markierung.
  • Regeln für Eiszelte.
  • Regeln für lebende Köderfische.

Angelvorschriften nach Land

Häufige Fragen

Was ist Eisangeln und wie funktioniert es?

Beim Eisangeln bohrt man ein Loch in die Eisdecke eines zugefrorenen Sees und fischt senkrecht mit kurzen Ruten, kleinen Jigs, Eisblinkern oder Naturködern, oft aus einem Zelt. Zielfische sind etwa Barsch, Hecht, Saiblinge und Forellen. Sicherheit geht vor: Eis ist nie mit Sicherheit tragfähig.

Eisangeln wird dort betrieben, wo Seen lange genug zufrieren, etwa in Skandinavien, Kanada, im Norden der USA und auf manchen Alpenseen. Man bohrt mit einem Hand- oder Motoreisbohrer ein Loch ins Eis und bietet einen kleinen Köder knapp über Grund an, mit kurzen Zupfern und Pausen; ein Eis-Echolot zeigt Grund und Fische unter dem Loch. Dazu kommen kurze Eisruten, feine kältebeständige Schnur, kleine Jigs, Balance-Jigs und Eisblinker sowie warme Kleidung im Zwiebelprinzip. In der Schweiz erlaubt etwa der Kanton Glarus laut seinen Fischereibestimmungen das Eisfischen im Stausee Garichti und im Oberblegisee vom 15. Januar bis Ende Februar. Sicherheit ist entscheidend: Eisdicke und Tragfähigkeit schwanken von Stelle zu Stelle, deshalb nennen wir bewusst keine Richtwerte; halten Sie sich an offizielle Freigaben der Gemeinden und Behörden, gehen Sie nie allein und tragen Sie Schwimmweste oder Schwimmanzug, Eispickel und Wurfleine. Beim Zurücksetzen ist Kälte ein Risiko: Twardek und Kollegen (2017) verfolgten das Überleben von Glasaugenbarschen nach dem Eisangeln, Logan und Kollegen (2019) untersuchten die Folgen winterlicher Luftexposition. Fische deshalb über dem Loch abhaken und kaum der kalten Luft aussetzen.

Amtliche Quellen : Kanton Glarus – VI E/31/3 Fischereibestimmungen (Eisfischen Garichti/Oberblegisee) ; Twardek et al. 2017 – Postrelease survival of walleyes following ice-angling (NAJFM) ; Logan et al. 2019 – Winter air exposure on walleye physiology (Fish. Res.)

Ist Eisangeln in Deutschland erlaubt?

Ein allgemeines bundesweites Verbot des Eisangelns haben wir in den ausgewerteten Landesfischereiverordnungen nicht gefunden; das LALLF Mecklenburg-Vorpommern nennt Eisangeln sogar als eine übliche Angelmethode. Ob es an einem Gewässer erlaubt ist, entscheiden aber Fischereirechtsinhaber und Gewässerordnung, und das Betreten der Eisfläche kann von Gemeinden oder Behörden verboten sein.

Die Fischerei ist in Deutschland Landesrecht. In den Landesfischereiverordnungen, die wir ausgewertet haben, etwa in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen, fanden wir kein ausdrückliches allgemeines Verbot des Eisangelns. Das LALLF Mecklenburg-Vorpommern führt das Eisangeln in seiner Übersicht zum Verhalten beim Angeln neben Stipp-, Posen- und Grundangeln als Angelmethode auf und behandelt die Kennzeichnung von Eislöchern als Thema der Ordnung beim Fischfang. Das heißt aber nicht, dass Eisangeln überall zulässig ist. Erstens entscheidet der Fischereirechtsinhaber: Viele Gewässerordnungen von Vereinen und Pächtern verbieten das Angeln auf dem Eis oder das Betreten der Eisfläche. Zweitens regeln Gemeinden, Wasser- und Ordnungsbehörden, ob Eisflächen betreten werden dürfen; solche Sperren gelten für alle. Drittens gelten die normalen Regeln weiter, etwa Schonzeiten, Mindestmaße, Rutenzahl und die Pflicht, die Angel ständig zu beaufsichtigen. Ob in einzelnen Bundesländern eine ausdrückliche Regelung besteht, konnten wir nicht für alle Länder prüfen. Unabhängig von der Rechtslage ist die Sicherheit entscheidend; Eisflächen sind nie sicher tragfähig. Beim Zurücksetzen belastet die Kälte die Fische zusätzlich, wie Logan und Kollegen (2019) zeigten.

Amtliche Quellen : LALLF Mecklenburg-Vorpommern – Verhalten beim Angeln (Schleppangeln, Tierschutz, Mindestmaße) ; Landesfischereiverordnung Baden-Württemberg (Stand 2022) ; Hessische Fischereiverordnung (HFischV) vom 14.04.2023 ; Landesfischereiverordnung Nordrhein-Westfalen (Fassung 03.07.2026) ; Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO) ; Logan et al. 2019 – Winter air exposure on walleye physiology (Fish. Res.)

Ist Eisangeln in Bayern erlaubt?

Eine ausdrückliche landesweite Regel zum Eisangeln haben wir für Bayern nicht gefunden: Das Merkblatt des bayerischen Landwirtschaftsministeriums nennt kein generelles Verbot. Ob man auf dem Eis angeln darf, entscheiden der Fischereierlaubnisschein des Gewässers und die Gemeinden, die Eisflächen freigeben oder sperren.

Das Merkblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus zu den fischereirechtlichen Bestimmungen nennt die allgemeinen Regeln: Jahresfischereischein und Fischereierlaubnisschein, höchstens zwei Handangeln, ständige Beaufsichtigung der Angel, Verbot lebender Köderfische sowie die Schonzeiten und Schonmaße. Ein ausdrückliches Verbot oder eine ausdrückliche Erlaubnis des Eisangelns enthält es nicht. Die Bayerische Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz konnten wir wegen einer Zugangssperre der Rechtsdatenbank nicht vollständig prüfen. Praktisch hängt die Antwort deshalb von zwei Stellen ab. Erstens vom Fischereierlaubnisschein: Der Eigentümer oder Pächter des Gewässers kann das Eisangeln erlauben, verbieten oder an Bedingungen knüpfen. Zweitens von der Gemeinde oder der zuständigen Behörde, die das Betreten von Eisflächen regelt; viele Seen werden nicht offiziell freigegeben. Wo beides passt, gelten die normalen Regeln weiter, etwa die Schonzeit des Hechts in Bayern vom 15. Februar bis 30. April laut Merkblatt. Unabhängig davon ist die Sicherheit entscheidend: Eis ist nie mit Sicherheit tragfähig. Fragen Sie im Zweifel beim Verein oder Pächter und bei der Gemeinde nach.

Amtliche Quellen : StMELF – Merkblatt zu den fischereirechtlichen Bestimmungen in Bayern

Ist Eisangeln in Thüringen erlaubt?

Eine ausdrückliche landesweite Regel zum Eisangeln in Thüringen konnten wir nicht belegen; die Thüringer Fischereiausführungsverordnung war für uns nicht vollständig lesbar. Ob man auf dem Eis angeln darf, legen Fischereirechtsinhaber und Angelkarte fest, und Gemeinden oder Behörden können das Betreten von Eisflächen verbieten.

In Thüringen regeln das Thüringer Fischereigesetz und die Ausführungsverordnung (ThürFischAVO) die Angelfischerei. Aus unseren Daten zu dieser Verordnung wissen wir, dass höchstens zwei Handangeln erlaubt sind, beim Spinn- oder Flugangeln nur eine, dass die Angeln ständig zu beaufsichtigen sind, Köderfische nur aus dem befischten Gewässer stammen dürfen und eine Fangkarte zu führen ist. Eine Bestimmung speziell zum Eisangeln haben wir darin nicht gefunden; den vollständigen Verordnungstext konnten wir beim erneuten Abruf technisch nicht lesen, sodass wir eine solche Regel nicht sicher ausschließen können. Praktisch entscheiden deshalb die Fischereirechtsinhaber: Die Angelkarte oder Gewässerordnung des Vereins kann das Angeln auf dem Eis erlauben oder verbieten. Außerdem regeln Gemeinden und Behörden, ob Eisflächen betreten werden dürfen, und diese Regeln gelten für alle Personen. Wo Eisangeln zulässig ist, gelten die üblichen Schonzeiten, Mindestmaße und die Fangkartenpflicht weiter. Sicherheit geht vor: Eis ist nie mit Sicherheit tragfähig, man sollte nie allein gehen und Rettungsmittel mitführen. Beim Zurücksetzen belastet Kälte die Fische zusätzlich, wie Logan und Kollegen (2019) für winterliche Luftexposition zeigten.

Amtliche Quellen : Thüringer Fischereiausführungsverordnung (ThürFischAVO) ; Logan et al. 2019 – Winter air exposure on walleye physiology (Fish. Res.)

Zitierte Studien

  1. Twardek et al. (2017) The Postrelease Survival of Walleyes Following Ice-Angling on Lake Nipissing, Ontario North American Journal of Fisheries Management doi:10.1002/nafm.10009
    Verfolgt das Überleben von Glasaugenbarschen nach dem Eisangeln am Lake Nipissing (Ontario).
  2. Logan et al. (2019) Consequences of winter air exposure on walleye (Sander vitreus) physiology and impairment following a simulated ice-angling event Fisheries Research doi:10.1016/j.fishres.2019.03.014
    Untersucht die Folgen winterlicher Luftexposition auf Physiologie und Reflexe von Glasaugenbarschen nach simuliertem Eisangeln.
  3. Dextrase & Ball (1991) Hooking Mortality of Lake Trout Angled through the Ice North American Journal of Fisheries Management doi:10.1577/1548-8675(1991)011<0477:hmolta>2.3.co;2
    Misst die Hakensterblichkeit von Namaycush beim Eisangeln.