Uferangeln oder Bootsangeln

Passende Ausrüstung

Die Frage aller Einsteiger

Braucht man ein Boot, um Fische zu fangen? Nein. Viele Arten halten sich einen großen Teil des Jahres in Ufernähe auf: an Krautkanten, versunkenen Bäumen, Steinpackungen und Mündungen. Ein Boot eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, bringt aber Kosten, Aufwand und Regeln mit sich. Die richtige Wahl hängt von Zielfisch, Gewässer und Jahreszeit ab.

Was für das Ufer spricht

Vom Ufer aus fischt man leicht und beweglich: Man kann laufend Plätze absuchen, Wurfwinkel variieren und mit der Polarisationsbrille Wasser und Fische beobachten. Das passt zu Flüssen, Teichen und Kanälen sowie zum Angeln auf Karpfen, Schleien, Forellen, Barsche und Döbel. Die Grenzen sind der Zugang – Privatgrund, dichte Vegetation, Schutzgebiete – und die Reichweite, denn manche Plätze bleiben schlicht unerreichbar. In Deutschland ist das Betreten von Ufern zudem durch Landesrecht und Eigentumsverhältnisse geregelt.

Was für das Boot spricht

Mit dem Boot erreicht man Unterwasserberge, Kanten im Freiwasser und Futterfischschwärme, die man mit dem Echolot findet. Das Vertikalangeln auf Zander, das Schleppen auf großen Seen und das Tiefenangeln auf Saiblinge hängen davon ab. Außerdem kann man wandernden Fischen folgen. Die Nachteile: Kosten, Transport, Slippen, Wetterabhängigkeit und eine unverzichtbare Sicherheitsausrüstung, allen voran die Schwimmweste.

Rücksicht aufeinander

Bootsangler sollten keine Uferbereiche befischen, an denen bereits Uferangler sitzen, und nicht über deren Schnüre fahren. Fahren Sie in Ufernähe langsam und halten Sie Abstand. Vom Ufer aus gilt es, Eigentum, landwirtschaftliche Flächen und Brutgebiete zu respektieren.

Der Fisch zuerst

Unabhängig von der Methode gelten beim Zurücksetzen dieselben Grundsätze. Gale und Kollegen (2011) fassten die Rolle der Wassertemperatur zusammen: Bei warmem Wasser sollten Drill und Handhabung kurz bleiben. Vom Boot aus fischt man oft tiefer; Talmage und Staples (2011) maßen die Sterblichkeit von Glasaugenbarschen aus tiefem Wasser – ein Punkt, den man beim Zurücksetzen bedenken sollte. Passen Sie den Kescher an: am Ufer mit langem Stiel, im Boot breit und mit kurzem Stiel.

Regeln

Prüfen Sie, ob Boote erlaubt sind, welche Motorenregeln gelten, ob Ihr Boot einen Führerschein oder eine Zulassung braucht, ob Bootsangeln zeitweise oder örtlich verboten ist und welche Sicherheitsausrüstung vorgeschrieben ist. In Deutschland regeln das Bundesländer, Schifffahrtsbehörden und Gewässerordnungen.

Kurze Checkliste

Egal ob Ufer oder Boot: zuerst Zugangs- und Bootsregeln prüfen, an tiefem Wasser eine Schwimmweste tragen und den Kescher an die Situation anpassen.

Die Ausrüstung im Einzelnen

  • Ufer: längere Rute für Weite; Boot: kürzere, handliche Rute
  • Ufer: Kescher mit langem Stiel; Boot: breiter Kescher mit kurzem Stiel
  • Schwimmweste im Boot unverzichtbar, an gefährlichen Ufern ratsam
  • Echolot im Boot
  • Polbrille, in beiden Fällen nützlich
  • Kompakte Box am Ufer, mehr Auswahl im Boot
  • Wathose, wo sicher und erlaubt
  • Lange Zange

Schritt für Schritt

  1. Zielfisch und wahrscheinliche Plätze festlegen (Ufer, Kanten, Kraut, Freiwasser).
  2. Regeln prüfen: Bootsnutzung, Motoren, Uferzugang, Sperrzonen.
  3. Vom Ufer: in Bewegung bleiben, Wurfwinkel variieren, leise sein.
  4. Vom Boot: Echolot lesen, Drift kontrollieren, Uferangler nicht bedrängen.
  5. Gerät und Kescher anpassen.
  6. Fische nahe am Fangort zurücksetzen.

Häufige Fehler

  • Glauben, das Boot bringe automatisch mehr Fisch.
  • Vom Ufer immer am selben Platz bleiben.
  • Ohne Schwimmweste oder bei starkem Wind fahren.
  • Uferanglern zu nahe kommen.
  • Unpassender Kescher.

Vor dem Angeln zu prüfende Regeln

  • Ob Boote erlaubt sind; Verbrenner- oder Elektromotoren.
  • Bootsführerschein oder Zulassung je nach Boot und Land.
  • Bootsangeln zeitweise oder örtlich verboten.
  • Uferzugang: Privatgrund, Schutzgebiete.
  • Vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung.

Angelvorschriften nach Land

Zitierte Studien

  1. Gale et al. (2011) The role of temperature in the capture and release of fish Fish and Fisheries doi:10.1111/j.1467-2979.2011.00441.x
    Übersicht zur Rolle der Temperatur beim Fang und Zurücksetzen: Drill und Handhabung bei warmem Wasser beeinflussen das Überleben.
  2. Talmage & Staples (2011) Mortality of Walleyes Angled from the Deep Waters of Rainy Lake, Minnesota North American Journal of Fisheries Management doi:10.1080/02755947.2011.623759
    Misst die Sterblichkeit von Glasaugenbarschen aus tiefem Wasser: ein typisches Thema des Bootsangelns.