Wobblerangeln

Passende Ausrüstung

Ein Köder, der von selbst läuft

Der Wobbler ist ein Hartköder aus Holz oder Kunststoff, der einen kleinen Beutefisch nachahmt. Seine Tauchschaufel vorn am Kopf lässt ihn abtauchen und verleiht ihm den typischen Lauf: Je größer und flacher die Schaufel, desto tiefer läuft er. Man unterscheidet schwimmende Modelle, die beim Stopp aufsteigen, schwebende (Suspender), die in der Tiefe stehen bleiben, und sinkende Modelle. Jerkbaits werden ruckartig geführt, Crankbaits mit großer Schaufel gleichmäßig eingekurbelt, wobei sie Grund und Hindernisse anstoßen.

Für welche Fische

Hecht, Barsch, nachts auch Zander, Forellen- und Schwarzbarsch, Rapfen, Döbel, Forelle und in Donauflüssen sogar der Huchen: Fast alle Raubfische attackieren Wobbler. Die Methode eignet sich hervorragend, um große Wasserflächen schnell abzusuchen, vom Boot wie vom Ufer.

Das richtige Modell

Wichtigstes Kriterium ist die auf der Verpackung angegebene Lauftiefe. Über einer Krautbank, die bis einen Meter unter die Oberfläche reicht, wählt man einen flach laufenden Wobbler, für eine Kante in vier Metern Tiefe einen tief tauchenden Crankbait. Die Größe richtet sich nach der Beute: kleine Modelle im Spätsommer, wenn viel Brut unterwegs ist, größere im Herbst für den Hecht. Bei kaltem Wasser macht ein Suspender mit langen Pausen oft den Unterschied.

Die Köderführung

Werfen Sie über den Platz hinaus, damit der Köder beim Vorbeilaufen seine Tiefe erreicht hat. Beginnen Sie mit gleichmäßigem Einholen und variieren Sie dann: Stopps, Beschleunigungen, kurze Schläge mit der Rutenspitze. Prallt ein Crankbait gegen einen Stein oder Ast, bricht er plötzlich aus – genau dann kommen viele Bisse. Befestigen Sie den Wobbler mit einem Einhänger ohne Wirbel oder einem Schlaufenknoten, damit sein Lauf nicht gebremst wird.

Drillinge und Zurücksetzen

Die meisten Wobbler tragen zwei oder drei Drillinge. Sie haken gut, erschweren aber das Lösen. DuBois und Dubielzig (2004) verglichen Sterblichkeit, Verletzungen und Fangeffizienz je nach Hakentyp bei Forellen, die mit Kunstködern gefangen wurden – eine nützliche Orientierung für alle, die zurücksetzen wollen. Viele Angler drücken die Widerhaken an oder ersetzen Drillinge durch Einzelhaken. Eine lange Zange und ein gummierter Kescher, in dem sich Drillinge weniger verfangen, gehören dazu. Die Übersicht von Siepker und Kollegen (2007) beschreibt die Folgen von Catch-and-Release bei Schwarzbarschen.

Regeln

In mehreren Bundesländern gilt während der Raubfisch-Schonzeit ein Kunstköderverbot, manche Strecken schreiben Einzelhaken oder Schonhaken vor, und Schleppangeln ist nicht überall erlaubt. Beachten Sie außerdem, dass das Zurücksetzen maßiger Fische je nach Landesrecht eingeschränkt sein kann. Prüfen Sie die Regeln Ihres Gewässers und die Mindestmaße.

Die Ausrüstung im Einzelnen

  • Spinn- oder Baitcastrute mit semiparabolischer Aktion
  • Rolle mit feiner Bremse
  • Geflochtene oder Fluorocarbon je nach Tauchtiefe
  • Fluorocarbon-, Stahl- oder Titanvorfach
  • Schwimmende, schwebende und sinkende Wobbler, Jerkbaits, Crankbaits
  • Einhänger ohne Wirbel für freien Lauf
  • Lange Zange und Sprengringzange
  • Gummierter Kescher, in dem sich Drillinge weniger verfangen
  • Köderbox mit tiefen Fächern

Schritt für Schritt

  1. Tauchtiefe (Tauchschaufel) passend zum Platz wählen.
  2. Mit Einhänger oder Schlaufenknoten befestigen, damit der Lauf frei bleibt.
  3. Über den Platz hinaus werfen, damit der Köder dort seine Tiefe erreicht.
  4. Gleichmäßig einholen, dann mit Stopps, Beschleunigungen und Twitches variieren.
  5. Mit dem Crankbait Hindernisse anstoßen: Das Ausbrechen löst oft Bisse aus.
  6. Mit seitlichem Anschlag reagieren und zügig mit der Zange abhaken.

Häufige Fehler

  • Mit festem Knoten direkt an die Öse binden.
  • Immer im gleichen Tempo einholen.
  • Stumpfe oder rostige Drillinge verwenden.
  • Drillinge mit Widerhaken bei Fischen, die man zurücksetzen will.

Vor dem Angeln zu prüfende Regeln

  • Kunstköderverbote während der Raubfisch-Schonzeit in einigen Bundesländern.
  • Vorgaben zu Anzahl und Art der Haken auf manchen Strecken.
  • Ob Schleppangeln erlaubt ist.
  • Mindestmaße und Fanglimits der Raubfische.

Angelvorschriften nach Land

Zitierte Studien

  1. DuBois & Dubielzig (2004) Effect of Hook Type on Mortality, Trauma, and Capture Efficiency of Wild Stream Trout Caught by Angling with Spinners North American Journal of Fisheries Management doi:10.1577/m02-171.1
    Vergleicht Sterblichkeit, Verletzungen und Fangeffizienz je nach Hakentyp an Kunstködern bei wilden Forellen.
  2. SIEPKER et al. (2007) A review of the effects of catch‐and‐release angling on black bass, Micropterus spp.: implications for conservation and management of populations Fisheries Management and Ecology doi:10.1111/j.1365-2400.2007.00529.x
    Übersicht zu Catch-and-Release-Folgen bei Schwarzbarschen, typischen Wobbler-Zielfischen.