Rotauge

Rutilus rutilus

Rotauge (Rutilus rutilus)
Foto : Emőke Dénes, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Länge25 cmmax. 50,2 cm
Max. Gewicht1,8 kg
Max. Alter14 Jahre
LebensraumVor allem im Tiefland: nährstoffreiche Seen
Wissenschaftlicher Name
Rutilus rutilus
Familie
Leuciscidae (anciennement Cyprinidae)
Schutzstatus
LC (Least Concern)
Verbreitung
Fast ganz Europa und Westasien; in Irland, Spanien und anderswo eingeführt.

Passende Ausrüstung

Der meistgefangene Fisch Europas

Das Rotauge, auch Plötze genannt, kommt in fast ganz Europa vor. FishBase beschreibt es vor allem im Tiefland, häufig in nährstoffreichen Seen und in mittleren bis großen Flüssen, aber auch in Altarmen, kleinen Bächen und sogar in Brackwasserlagunen. In schnell fließenden Flüssen beschränkt es sich auf Abschnitte mit Unterständen und Altarmen, in denen es überwintern kann. Für Friedfischangler und Stipper ist es der wichtigste Zielfisch überhaupt.

Was es frisst

Rotaugen fressen Bodenwirbellose, Zooplankton, Pflanzenmaterial und Detritus. FishBase vermerkt, dass sie Lebensraum und Nahrung je nach Beuteangebot und Räuberdruck wechseln. Die Studie von Brabrand (1985) zu Rotauge und Aland zeigt, wie wichtig solche Nahrungswechsel für die Konkurrenz zwischen Allesfressern sind. Am Wasser erklärt das, warum der fängige Köder von Tag zu Tag wechselt: Made, Hanf, Brot oder Weizen.

Größen

Die übliche Länge beträgt 25 cm, das veröffentlichte Maximum 50,2 cm und 1,8 kg bei einem Höchstalter von 14 Jahren (FishBase). Ein Rotauge über 30 cm ist bereits ein schöner Fang, eines über 40 cm ein echter Ausnahmefisch.

Laichzeit und Saison

Rotaugen laichen im Frühjahr in Schwärmen, in dichter Vegetation von Altarmen und Seen, auf überfluteten Wiesen oder auf Kies in schneller Strömung. Die klebrigen Eier schlüpfen nach etwa 12 Tagen (FishBase). Eine eigene Schonzeit gibt es meist nicht, doch Gewässerordnungen können Laichzonen sperren. Man fängt Rotaugen das ganze Jahr, die größten oft im Herbst und Winter, wenn sie sich an tiefen, ruhigen Stellen sammeln.

Methoden

Die Stippe mit feiner Schnur und kleiner Pose erlaubt eine sehr genaue Köderpräsentation. Waggler und Stickfloat fischen weiter draußen, und der Feeder erreicht weit entfernte Schwärme. Füttern Sie wenig, aber regelmäßig, mit feinem Futter. Im Sommer steigen Rotaugen auch auf kleine Fliegen.

Setzkescher und Zurücksetzen

Pottinger (1998) maß Stressindikatoren bei Fischen im Setzkescher. In Deutschland ist die Verwendung von Setzkeschern je nach Bundesland eingeschränkt oder nur bei Gemeinschaftsfischen erlaubt. Wo er erlaubt ist, sollte der Setzkescher lang, weit und vollständig untergetaucht sein, nicht überfüllt werden, und die Fische sollten nach dem Angeln sofort freigelassen werden.

Ausrüstung in Kürze

Eine Stipprute oder Kopfrute, feine monofile Vorfächer, Haken der Größen 16 bis 22 und leichte Posen von wenigen Gramm reichen für die meisten Situationen. Für weiter entfernte Schwärme eignen sich eine Matchrute mit Waggler oder eine leichte Feederrute. Ein Hakenlöser erleichtert das schonende Abhaken kleiner Fische erheblich.

Köder

  • Maden, Pinkies
  • Gekochter Hanf, Weizen
  • Brot (Flocke, Stanze)
  • Feines Futter

Zurücksetzen

  • Kleine Haken ohne Widerhaken.
  • Setzkescher (wo erlaubt) lang, weit, ganz untergetaucht und nicht überfüllt.
  • Nasse Hände und Hakenlöser.

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Rotauge?

Ein Rotauge wird laut FishBase üblicherweise etwa 25 cm lang; das veröffentlichte Maximum liegt bei 50,2 cm und 1,8 kg, das Höchstalter bei 14 Jahren. Die meisten gefangenen Rotaugen sind deutlich kleiner als 25 cm; Fische über 35 cm gelten unter Anglern als große Ausnahme.

FishBase nennt für Rutilus rutilus eine übliche Länge von 25 cm, eine veröffentlichte Maximallänge von 50,2 cm, ein Maximalgewicht von 1,8 kg und ein Höchstalter von 14 Jahren. Das Rotauge wächst langsam, und in dicht besiedelten Gewässern mit viel Konkurrenz bleiben die Fische oft klein. Große Rotaugen findet man eher in nährstoffreichen, weitläufigen Gewässern mit wenig Konkurrenz und ausreichend Nahrung, und sie werden häufig im Herbst und Winter gefangen, wenn sie sich zu Schwärmen zusammenziehen. Dass die Angabe „über 35 cm“ unter Anglern als Ausnahme gilt, ist eine Erfahrungsregel und keine amtliche Zahl; die belegten Werte sind die von FishBase. Für die Entnahme zählt das Landesrecht: Viele Bundesländer schreiben für das Rotauge kein Mindestmaß vor, Rheinland-Pfalz dagegen laut Landesfischereiordnung 15 cm. Außerdem können Vereine und Pächter in ihren Gewässerordnungen eigene Maße festlegen. Gemessen wird in Deutschland in der Regel von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse.

Amtliche Quellen : FishBase – Rutilus rutilus (Rotauge) ; Landesfischereiordnung Rheinland-Pfalz

Wie fängt man Rotaugen?

Rotaugen fängt man mit feinem Gerät: mit der Stippe, der Pose oder dem Feeder, einem kleinen Haken und Maden, Pinkies, Hanf, Weizen oder Brot, dazu wenig, aber regelmäßig feines Futter. Der Köder sollte knapp über dem Grund oder im Mittelwasser treiben. Rotaugen beißen ganzjährig.

Das Rotauge (Plötze) ist nach FishBase ein Allesfresser, der Bodenwirbellose, Zooplankton, Pflanzen und Detritus frisst und seine Nahrung je nach Angebot wechselt (Brabrand 1985). Es lebt vor allem in nährstoffreichen Seen und mittleren bis großen Flüssen des Tieflands. Daraus ergibt sich die klassische Friedfischtaktik. Mit der Stippe oder Kopfrute fischt man sehr präzise direkt unter der Rutenspitze; mit Matchrute und Pose erreicht man größere Distanzen; mit der Feederrute bietet man den Köder am Grund inmitten eines Futterteppichs an. Bewährte Köder sind Maden, Pinkies, gekochter Hanf, Weizen und Brot. Füttern Sie zu Beginn einige kleine Futterballen und danach wenig, aber regelmäßig, damit die Fische am Platz bleiben, ohne satt zu werden. Stellen Sie den Köder so ein, dass er knapp über den Grund streift. Feine Haken, am besten ohne Widerhaken, erleichtern das Zurücksetzen; der Setzkescher ist je nach Bundesland eingeschränkt, und Pottinger (1998) maß erhöhte Stresswerte bei gehälterten Fischen. Ein Mindestmaß gibt es nicht überall; Rheinland-Pfalz schreibt laut Landesfischereiordnung 15 cm vor.

Amtliche Quellen : FishBase – Rutilus rutilus (Rotauge) ; Brabrand 1985 – Food of roach and ide (Oecologia) ; Pottinger 1998 – Cortisol, glucose and lactate in carp retained in keepnets (J. Fish Biol.) ; Landesfischereiordnung Rheinland-Pfalz

Was frisst das Rotauge?

Das Rotauge ist ein Allesfresser: Laut FishBase frisst es Bodenwirbellose, Zooplankton, Pflanzen und Detritus. Brabrand (1985) zeigte, dass es seine Nahrung je nach Angebot und Konkurrenz wechselt. Deshalb fangen tierische Köder wie Maden ebenso wie pflanzliche wie Hanf, Weizen oder Brot.

FishBase beschreibt die Nahrung des Rotauges als Mischung aus Bodenwirbellosen, Zooplankton, Pflanzenmaterial und Detritus. Das Rotauge ist damit ein typischer Allesfresser, der sich an das jeweilige Angebot anpasst. Brabrand (1985) untersuchte die Nahrung von Rotauge und Aland und zeigte, wie Nahrungswechsel die Konkurrenz zwischen diesen Allesfressern prägen: Je nach Jahreszeit, Gewässer und Anwesenheit anderer Arten verschiebt sich das Rotauge zwischen tierischer und pflanzlicher Kost. Jungfische fressen vor allem Plankton; ältere Tiere nehmen mehr Bodentiere wie Zuckmückenlarven und kleine Muscheln sowie Algen und Wasserpflanzen auf. FishBase vermerkt außerdem, dass das Rotauge seinen Lebensraum und seine Nahrung auch in Abhängigkeit vom Druck durch Raubfische ändert. Für Angler bedeutet das: Tierische Köder wie Maden, Pinkies und Caster funktionieren ganzjährig, pflanzliche Köder wie gekochter Hanf, Weizen oder Brotflocke besonders in der warmen Jahreszeit und für größere Fische. Ein feines Futter mit Partikeln lockt die Schwärme an den Platz.

Amtliche Quellen : FishBase – Rutilus rutilus (Rotauge) ; Brabrand 1985 – Food of roach and ide (Oecologia)

Welche Rute eignet sich für Rotaugen?

Für Rotaugen eignen sich drei Rutentypen: die Stippe oder Kopfrute für präzises Fischen direkt unter der Rutenspitze, eine Match- oder Posenrute von etwa 3,60 bis 4,20 m für größere Distanz und eine leichte Feederrute mit feinen Wechselspitzen für das Grundangeln mit Futterkorb.

Die Rute richtet sich nach der Methode, mit der Rotaugen gefangen werden. Beim Stippfischen nutzt man eine Kopfrute (Steckrute) oder eine Teleskopstippe ohne Rolle, im Spitzenteil oft mit Gummizug, der Fluchten abfedert. Die Montage steht direkt unter der Spitze, was die genaueste Köderpräsentation überhaupt erlaubt. Für das Posenangeln auf Distanz verwendet man eine Match- oder Posenrute, in unseren Methodendaten mit einer Länge von 3,60 bis 4,20 m angegeben, dazu eine leichte Stationärrolle, feine Monofile, Waggler im Stillwasser oder Stickfloat in der Strömung. Für das Feederangeln am Grund dient eine leichte Feederrute mit austauschbaren, feinen Spitzen, weil Rotaugen oft nur zaghaft zupfen. Wichtiger als die Rute selbst ist die feine Abstimmung: dünne Schnur, kleine feindrähtige Haken, fein austarierte Pose. Czarkowski und Kapusta (2019) zeigten beim Posenangeln, dass die Erfahrung des Anglers die Fangeffizienz ebenso beeinflusst wie der Hakentyp. Wie viele Ruten gleichzeitig erlaubt sind, regelt das Landesrecht; in Bayern sind es laut StMELF-Merkblatt höchstens zwei Handangeln.

Amtliche Quellen : Czarkowski & Kapusta 2019 – Angling experience and float fishing efficiency with different hooks (Fish. Aquat. Life) ; StMELF – Merkblatt zu den fischereirechtlichen Bestimmungen in Bayern

Wie fängt man große Rotaugen?

Große Rotaugen fängt man vor allem im Herbst und Winter mit etwas größeren, selektiveren Ködern wie Brotflocke, gekochtem Hanf, Weizen oder Castern, an ruhigen, tieferen Stellen und meist am Grund mit Feeder oder fein austarierter Pose. Wenig, aber gezielt füttern hält die kleinen Fische fern.

Nach unseren Artdaten werden die größten Rotaugen im Herbst und Winter gefangen, wenn die Fische in Schwärmen an tieferen, ruhigen Stellen stehen; bei trübem Wasser oder im Winter beißen sie oft den ganzen Tag. FishBase beschreibt das Rotauge als Allesfresser mit Bodenwirbellosen, Zooplankton, Pflanzen und Detritus im Speiseplan; ältere Fische fressen mehr Bodennahrung. Daraus ergibt sich eine Strategie zur Selektion: statt vieler Maden, die jedes kleine Rotauge nimmt, größere oder härtere Köder wie Brotflocke, Stanzbrot, gekochten Hanf, Weizen oder Caster verwenden. Den Köder knapp auf oder über dem Grund anbieten, mit dem Feeder oder einer sehr fein ausgebleiten Pose, damit vorsichtige große Fische keinen Widerstand spüren. Wenig, aber regelmäßig füttern, damit die Schwärme am Platz bleiben. An Flüssen lohnen sich strömungsberuhigte Bereiche wie Altarme, in denen Rotaugen laut FishBase überwintern. Große Rotaugen sind oft alte Fische; FishBase nennt ein Höchstalter von 14 Jahren. Deshalb empfiehlt sich das schonende Zurücksetzen mit nassen Händen und Haken ohne Widerhaken, soweit die Gewässerordnung das erlaubt.

Amtliche Quellen : FishBase – Rutilus rutilus (Rotauge) ; Brabrand 1985 – Food of roach and ide (Oecologia)

Mindestmaß Rotauge nach Gebiet

Luxemburg : 15 cm (2)
Deutschland : 15 cm (1)

Zitierte Studien

  1. Brabrand (1985) Food of roach (Rutilus rutilus) and ide (Leusiscus idus): significance of diet shift for interspecific competition in omnivorous fishes Oecologia doi:10.1007/bf00379334
    Untersucht die Nahrung von Rotauge und Aland und wie Nahrungswechsel die Konkurrenz zwischen Allesfressern prägen.
  2. Pottinger (1998) Changes in blood cortisol, glucose and lactate in carp retained in anglers’keepnets Journal of Fish Biology doi:10.1111/j.1095-8649.1998.tb01828.x
    Misst Stressindikatoren (Cortisol, Glukose, Laktat) bei Karpfen im Setzkescher: relevant für Stippangler, die Fänge hältern.

Amtliche Quellen

  1. FishBase – Rutilus rutilus (fiche espèce ; statut IUCN Red List 2025-2 repris par FishBase) (abgerufen am 23. September 2026)
  2. GOV.UK – Freshwater rod fishing rules (abgerufen am 23. September 2026)
  3. Sportvisunie – VISpas (Gezamenlijke Lijst van Nederlandse Viswateren, VISplanner, NachtVIStoestemming) (abgerufen am 23. September 2026)
  4. Vlaamse overheid – Visverlof (verplicht voor recreatief vissen op de openbare binnenwateren van het Vlaamse Gewest) (abgerufen am 23. September 2026)
  5. ICNF – Licenças de pesca lúdica e desportiva em águas interiores (licença geral obrigatória, exceto parques de pesca) (abgerufen am 23. September 2026)