Stippfischen
Passende Ausrüstung
Box mit 188 AngelzubehörteilenGeeignet für: Flussbarsch, Karpfen.
32,90 €
Kleine schwimmende Köder mit Heckblatt 6 cm, 5er-SetGeeignet für: Flussbarsch, Döbel.
36,90 €
Spinner, 6er-SetGeeignet für: Flussbarsch, Döbel.
27,90 €
Das Prinzip
Beim Stippfischen fischt man einen genau festgelegten Platz mit einer Rute ohne Rolle und einer feinen Montage unter einer sehr empfindlichen Pose. Der Köder wird auf oder knapp über dem Grund angeboten, und die Fische werden mit Futter an den Platz gelockt. Es ist die klassische Methode auf Rotauge, Brassen, Schleie, Karausche, Rotfeder und Barsch und die Grundlage vieler Gemeinschafts- und Wettfischen. Ihre große Stärke ist die unerreicht präzise Köderpräsentation, weil die Montage direkt unter der Rutenspitze steht.
Das Gerät
Eine Kopfrute (Steckrute) oder eine Teleskopstippe, passend zur Angeldistanz; ein Gummizug im Spitzenteil, der Fluchten abfedert; feine Hauptschnur und Vorfach; leichte Stipposen; feines Blei, möglichst bleifrei; feindrähtige Haken, am besten ohne Widerhaken. Als Köder dienen Maden, Pinkies, Zuckmückenlarven, Hanf und Brot, dazu ein feines Futter, das zum Gewässer passt – im Fluss schwerer und bindiger, im Teich leichter.
Einstellungen, die den Unterschied machen
Alles beginnt mit genauem Ausloten der Tiefe. Je nach Art soll der Köder knapp über den Grund schleifen (Rotauge), auf dem Grund liegen (Brassen, Schleie) oder im Mittelwasser stehen (Ukelei, Rotfeder im Sommer). Die Bebleiung verteilt das Gewicht auf der Schnur: kompakt, um schnell abzusinken, gestreckt für ein natürliches Absinken. Je besser die Pose austariert ist, desto feinere Bisse erkennt man.
Füttern
Zu Beginn einige Futterballen, danach wenig, aber regelmäßig – das ist die Grundregel. Zu viel Futter macht die Fische satt und trägt in großem Maßstab zur Nährstoffbelastung des Wassers bei. Arlinghaus und Niesar (2005) haben das für Karpfenköder untersucht; das Prinzip des maßvollen Fütterns gilt auch beim Stippen.
Der Setzkescher
Bei Wettfischen werden die Fische bis zum Wiegen im Setzkescher gehältert. Pottinger (1998) maß Stressindikatoren wie Cortisol, Glukose und Laktat bei Fischen im Setzkescher: Der Stress ist real. In Deutschland ist der Setzkescher je nach Bundesland eingeschränkt oder nur bei bestimmten Veranstaltungen erlaubt. Wo er zulässig ist, sollte er lang, weit und vollständig untergetaucht sein, nicht überfüllt werden, und die Fische sollten so früh wie möglich freigelassen werden.
Blei
Scheuhammer und Norris (1996) fassten die Giftigkeit verlorener Angelbleie für Wildtiere, vor allem für Wasservögel, zusammen. Für fast alle Zwecke gibt es ungiftige Alternativen, und einige Länder und Gewässer schränken Blei bereits ein. Prüfen Sie außerdem, wie viele Ruten Sie verwenden dürfen und welche Mindestmaße für die gefangenen Arten gelten.
Die Ausrüstung im Einzelnen
- Steck- oder Teleskoprute passend zur Angeldistanz
- Feine Hauptschnur und Vorfach, Gummizug im Spitzenteil
- Leichte, empfindliche Stipposen passend zu Strömung und Wind
- Feine Bleischrote (möglichst bleifrei) für die Bebleiung
- Feindrähtige Haken, möglichst ohne Widerhaken
- Maden, Pinkies, Zuckmückenlarven, Hanf, Brot
- Feines Futter passend zum Gewässer
- Setzkescher, wo erlaubt, lang und weit
- Kleiner Kescher mit langem Stiel
Schritt für Schritt
- Die Wassertiefe am Platz genau ausloten.
- Die Montage so einstellen, dass der Köder je nach Art knapp über oder auf dem Grund liegt.
- Anfangs einige Futterballen, danach wenig und oft füttern.
- Sauber beködern (ein bis zwei Maden, Zuckmückenlarve…).
- Montage ablegen und leicht auf Spannung halten, bis die Pose steht.
- Bei jeder Bewegung der Pose anschlagen.
- Gummizug arbeiten lassen, keschern und mit dem Hakenlöser abhaken.
Häufige Fehler
- Zu stark füttern.
- Zu dicke Schnur für vorsichtige Fische.
- Falsch ausgelotete Tiefe.
- Unruhe und Schatten am Ufer.
- Setzkescher überfüllen oder Fische zu lange hältern.
Vor dem Angeln zu prüfende Regeln
- Zulässige Anzahl von Ruten je nach Land und Gewässer.
- Setzkescher-Regeln (erlaubt, eingeschränkt oder verboten).
- Futterbeschränkungen an manchen Gewässern.
- Bleiverbote in einigen Ländern und Gewässern.
- Mindestmaße und Fanglimits der gefangenen Arten.
Zitierte Studien
- Pottinger (1998) Changes in blood cortisol, glucose and lactate in carp retained in anglers’keepnets Journal of Fish Biology doi:10.1111/j.1095-8649.1998.tb01828.x
Misst Cortisol, Glukose und Laktat bei Karpfen im Setzkescher: Hälterung ist ein messbarer Stressfaktor. - Scheuhammer & Norris (1996) The ecotoxicology of lead shot and lead fishing weights Ecotoxicology doi:10.1007/bf00119051
Übersicht zur Ökotoxikologie von Bleischrot und Angelblei: Warum ungiftige Beschwerungen vorzuziehen sind.