Posenangeln (Waggler und Stickfloat)

Passende Ausrüstung

Die Pose als präziser Bissanzeiger

Die Pose hat zwei Aufgaben: Sie hält den Köder in der richtigen Tiefe und zeigt den Biss an. Mit Matchrute und Rolle kann man weiter hinaus fischen als mit der Stippe, am See ebenso wie am Fluss. Das Posenangeln ist die vielseitigste Methode für Friedfische wie Rotauge, Rotfeder, Schleie, Karausche, Brassen und Döbel, eignet sich aber auch für Barsch, für die Äsche im Winter oder für Karpfen am Ufer.

Waggler oder Stickfloat

Der Waggler wird nur unten an der Schnur befestigt. Man nutzt ihn im Stillwasser, auf Distanz oder bei Wind, und zwar mit einer Schnur, die unter die Oberfläche absinkt, damit der Wind die Pose nicht wegzieht. Der Stickfloat wird oben und unten befestigt und ist für die Strömung gemacht: Man lässt ihn treiben und hält die Schnur leicht zurück, damit der Köder natürlich vor der Pose herläuft. In beiden Fällen gilt: Die Pose so weit ausbleien, bis nur noch die Antenne herausschaut. Je empfindlicher sie austariert ist, desto feinere Bisse werden sichtbar.

Einstellen und füttern

Loten Sie die Tiefe aus und stellen Sie den Köder so ein, dass er je nach Fischart und Jahreszeit knapp über den Grund streift oder im Mittelwasser steht. Füttern Sie wenig, aber regelmäßig an dieselbe Stelle, etwa ein paar Maden oder Caster mit der Schleuder oder einen kleinen Futterballen. Im Fluss füttert man etwas stromauf, damit das Futter in der Bahn ankommt, die die Pose abtreibt.

Bisse lesen

Eine Pose, die abtaucht, ist eindeutig. Aber auch eine Pose, die aufsteigt, sich hinlegt, in der Strömung stehen bleibt oder seitlich wegzieht, zeigt einen Biss an: Jede ungewöhnliche Bewegung verdient einen Anschlag. Wer zügig anschlägt, verringert zudem das Risiko, dass der Fisch den Haken schluckt.

Haken und gute Praxis

Czarkowski und Kapusta (2019) untersuchten, wie die Erfahrung des Anglers die Effizienz des Posenangelns mit verschiedenen Hakentypen beeinflusst: Erfahrung zählt ebenso viel wie das Gerät. Wählen Sie einen feinen, zum Köder passenden Haken, ohne Widerhaken, wenn Sie zurücksetzen, und nehmen Sie einen Hakenlöser mit. Für die Bebleiung erinnern Scheuhammer und Norris (1996) an die Giftigkeit verlorener Bleischrote für Wildtiere: Ungiftige Alternativen sind vorzuziehen.

Regeln

Die Zahl der Ruten, bestimmte Köder wie Maden in Salmonidengewässern oder lebende Köderfische, der Setzkescher und Blei sind je nach Bundesland, Land, Kanton und Gewässer unterschiedlich geregelt. Prüfen Sie die Landesregeln und die Gewässerordnung.

Die Ausrüstung im Einzelnen

  • Match- oder Posenrute von 3,60 bis 4,20 m
  • Leichte Stationärrolle
  • Feine Monofile, sinkend für Waggler, schwimmend für Stickfloat
  • Waggler (Stillwasser, Distanz) und Stickfloats (Strömung)
  • Feine Schrote, möglichst bleifrei
  • Feine Haken passend zum Köder
  • Maden, Caster, Brot, Mais, Würmer
  • Futter und Lockfutter (Schleuder)
  • Kescher

Schritt für Schritt

  1. Pose wählen: Waggler nur unten fixiert für Stillwasser und Distanz, Stickfloat oben und unten fixiert für Strömung.
  2. Die Pose so ausbleien, dass nur die Antenne herausschaut.
  3. Loten und Tiefe einstellen.
  4. Wenig und oft an dieselbe Stelle füttern, notfalls mit Schleuder.
  5. Im Fluss die Pose treiben lassen und leicht zurückhalten, damit der Köder vorausläuft.
  6. Bei jeder Bewegung der Pose anschlagen und zügig abhaken.

Häufige Fehler

  • Zu wenig ausgebleite Pose.
  • Schwimmende Schnur beim Waggler.
  • Unregelmäßiges Füttern.
  • Zu später Anschlag.

Vor dem Angeln zu prüfende Regeln

  • Zulässige Rutenzahl.
  • Verbotene oder eingeschränkte Köder.
  • Setzkescher-Regeln.
  • Bleibeschränkungen.

Angelvorschriften nach Land

Häufige Fragen

Was ist Posenangeln und wie funktioniert es?

Beim Posenangeln hält eine Pose den Köder in einer eingestellten Tiefe und zeigt den Biss an, indem sie abtaucht, sich hinlegt oder wegzieht. Es ist die vielseitigste Methode für Friedfische wie Rotauge, Schleie und Brassen, eignet sich aber auch für Barsch, Karpfen oder mit Köderfisch für Raubfische.

Die Pose hat zwei Aufgaben: Sie hält den Köder in der richtigen Tiefe und zeigt den Biss an. Man lotet zunächst die Wassertiefe aus und stellt die Pose so ein, dass der Köder je nach Fischart knapp über den Grund streift, aufliegt oder im Mittelwasser steht. Anschließend wird die Pose mit Bleischroten so weit ausgebleit, bis nur noch die Antenne herausschaut; je feiner sie austariert ist, desto feinere Bisse werden sichtbar. Im Stillwasser und auf Distanz nutzt man den Waggler, der nur unten befestigt wird, in der Strömung den Stickfloat, der oben und unten befestigt ist und mit der Strömung treibt. Gefüttert wird wenig, aber regelmäßig an dieselbe Stelle. Jede ungewöhnliche Bewegung der Pose ist ein möglicher Biss, und zügiges Anschlagen verringert das Risiko, dass der Fisch den Haken schluckt. Czarkowski und Kapusta (2019) zeigten, dass die Erfahrung des Anglers die Fangeffizienz beim Posenangeln ebenso beeinflusst wie der Hakentyp. Für die Bebleiung sind ungiftige Alternativen empfehlenswert, weil verlorenes Blei laut Scheuhammer und Norris (1996) Wildtiere vergiften kann. Die Rutenzahl regelt das Landesrecht.

Amtliche Quellen : Czarkowski & Kapusta 2019 – Angling experience and float fishing efficiency with different hooks (Fish. Aquat. Life) ; Scheuhammer & Norris 1996 – The ecotoxicology of lead shot and lead fishing weights (Ecotoxicology)

Welche Rute eignet sich zum Posenangeln?

Zum Posenangeln eignet sich eine Match- oder Posenrute von etwa 3,60 bis 4,20 m mit leichter Stationärrolle und feiner Monofilschnur; auf kurze Distanz auch eine Stippe ohne Rolle. Für schwere Fische wie Karpfen oder für Raubfische mit Köderfisch braucht man eine kräftigere Rute.

Für das klassische Posenangeln auf Friedfische ist die Matchrute das Standardgerät; in unseren Methodendaten wird eine Länge von 3,60 bis 4,20 m angegeben. Sie ist lang genug, um die Schnur über Wasser zu kontrollieren und die Pose in der Strömung zu führen, und fein genug, um dünne Vorfächer zu schützen. Dazu gehören eine leichte Stationärrolle und feine Monofile, beim Waggler sinkend, beim Stickfloat schwimmend. Auf kurze Distanz direkt vor den Füßen ist die Stippe oder Kopfrute ohne Rolle unschlagbar präzise. Wer mit der Pose auf größere Fische wie Karpfen oder Schleien in Krautnähe angelt, braucht eine kräftigere Rute mit mehr Rückgrat; für Raubfische mit Köderfisch an der Pose nimmt man eine mittelschwere bis schwere Rute, die Pose, Köder und Blei werfen kann. Wichtiger als die exakte Länge ist, dass Rute, Schnur, Pose und Haken zueinander passen. Czarkowski und Kapusta (2019) zeigten, dass beim Posenangeln die Erfahrung des Anglers die Fangeffizienz ebenso beeinflusst wie der Hakentyp. Wie viele Ruten erlaubt sind, regelt das Landesrecht, in Bayern laut StMELF-Merkblatt höchstens zwei Handangeln.

Amtliche Quellen : Czarkowski & Kapusta 2019 – Angling experience and float fishing efficiency with different hooks (Fish. Aquat. Life) ; StMELF – Merkblatt zu den fischereirechtlichen Bestimmungen in Bayern

Welche Rute eignet sich zum Posenangeln auf Hecht?

Zum Posenangeln auf Hecht braucht man eine mittelschwere bis schwere Rute mit genug Rückgrat, um eine große Hechtpose mit totem Köderfisch zu werfen und einen kräftigen Anschlag zu setzen, dazu ein Stahl- oder Titanvorfach. Lebende Köderfische sind in mehreren Bundesländern verboten.

Beim Posenangeln auf Hecht wird meist ein toter Köderfisch, wo erlaubt auch ein lebender, unter einer tragfähigen Hechtpose angeboten. Die Rute muss deshalb deutlich kräftiger sein als eine Friedfischrute: Sie soll Pose, Köder und Blei sicher werfen, auf Distanz einen zuverlässigen Anschlag ermöglichen und einen großen Hecht aus Kraut oder Hindernissen führen. Belastbare Normwerte für Länge und Wurfgewicht lassen sich nicht allgemein angeben, weil sie von Ködergröße und Wurfweite abhängen. Unverzichtbar ist ein Stahl- oder Titanvorfach, weil Hechte monofile Schnur durchbeißen. Wichtig für den Fischschutz ist ein frühzeitiger Anschlag: Arlinghaus und Kollegen (2008) untersuchten beim Hecht Verletzungen und Anfangssterblichkeit je nach Köderart und -größe und fanden, dass tief geschluckte Naturköder das Risiko erhöhen. Dazu gehören eine lange Lösezange und ein gummierter Kescher; laut Barthel und Kollegen (2003) beeinflusst das Keschernetz die Verletzungen. Rechtlich: Lebende Köderfische sind in mehreren Bundesländern verboten, etwa laut StMELF-Merkblatt in Bayern und laut Landesverordnungen in Berlin und Brandenburg; in der Hechtschonzeit sind Raubfischköder vielerorts untersagt, in Sachsen laut Fischereiverordnung vom 1. Februar bis 30. April.

Amtliche Quellen : Arlinghaus et al. 2008 – Size selectivity, injury and initial hooking mortality in pike angling (NAJFM) ; Barthel et al. 2003 – Landing net mesh type and injury (Fish. Res.) ; StMELF – Merkblatt zu den fischereirechtlichen Bestimmungen in Bayern ; Landesfischereiordnung Berlin ; Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO) ; Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO)

Zitierte Studien

  1. Czarkowski & Kapusta (2019) The impact of angling experience on the efficiency of float fishing using different hook types Fisheries & Aquatic Life doi:10.2478/aopf-2019-0005
    Untersucht, wie die Anglererfahrung die Effizienz des Posenangelns mit verschiedenen Hakentypen beeinflusst.
  2. Scheuhammer & Norris (1996) The ecotoxicology of lead shot and lead fishing weights Ecotoxicology doi:10.1007/bf00119051
    Übersicht zur Ökotoxikologie von Angelblei: Warum ungiftige Schrote vorzuziehen sind.