Tocfischen mit Naturköder
Passende Ausrüstung
Schwimmende Oberflächenköder mit Drehschwanz, 4er-SetGeeignet für: Bachforelle, Regenbogenforelle, Döbel.
42,90 €
Doppelseitige Kunstköderbox (L)Geeignet für: Bachforelle, Regenbogenforelle.
34,90 €
Kunstköderbox für den GürtelGeeignet für: Bachforelle, Regenbogenforelle.
33,90 €
Das Prinzip
Beim Tocfischen lässt man einen Naturköder wie Wurm, Made oder Insektenlarve ohne Pose über den Grund der Strömung rollen und führt die Schnur mit einer langen Rute. Den Köder sieht man nicht: Man spürt den Biss als kleines Zupfen, das „Toc“, das über Schnur und Rutenspitze übertragen wird. Die Methode stammt aus der französischen Forellenfischerei und ist an Bächen und kleinen Flüssen verbreitet. Sie fängt Forellen, aber auch Äschen, Döbel und Barben, besonders bei trübem Wasser nach Regen.
Das Gerät
Eine lange, leichte Rute, oft teleskopisch, mit der man die Schnur über den Strömungswirbeln halten kann; eine kleine Rolle, am Bach auch ganz ohne Rolle; feine Schnur, manchmal mit einem farbigen Stück als Bissanzeiger; feine Haken, möglichst ohne Widerhaken; feine Schrote, am besten bleifrei. Wathose und Polarisationsbrille vervollständigen die Ausrüstung.
Wasser lesen und richtig bebleien
Forellen stehen am Beginn von Rinnen, entlang von Strömungskanten, unter unterspülten Ufern und hinter großen Steinen. Der Köder muss diese Plätze am Grund rollend und mit der Geschwindigkeit der Strömung erreichen. Alles hängt von der Bebleiung ab: Zu schwer, und der Köder hängt fest oder bleibt liegen; zu leicht, und er treibt über die Fische hinweg. Passen Sie das Gewicht jeder Strömung an.
Führen und fühlen
Werfen Sie den Köder oberhalb des Platzes ein oder legen Sie ihn dort ab und begleiten Sie die Drift mit hoch gehaltener Rute, wobei die Schnur weder straff noch durchhängend sein soll. Ein Biss fühlt sich wie ein kurzes Zupfen oder Stocken an oder zeigt sich an einer Schnur, die plötzlich seitlich ausschert. Schlagen Sie früh an: Je länger ein Fisch am Köder saugt, desto größer ist das Risiko, dass er den Haken schluckt.
Naturköder und Zurücksetzen
Das ist der heikle Punkt der Methode. DuBois und Kuklinski (2004) verglichen Sterblichkeit, Verletzungen und Fangeffizienz je nach Hakentyp bei wilden Bachforellen, die aktiv mit Naturköder gefangen wurden; Schill (1996) maß die Hakensterblichkeit von mit Naturköder gefangenen Regenbogenforellen. Naturköder werden häufiger geschluckt als Kunstköder. Um Schäden zu verringern: früh anschlagen, passende Haken verwenden und bei geschlucktem Haken die Schnur dicht am Maul abschneiden, statt ihn herauszureißen. Wer die meisten Fische zurücksetzen möchte, fischt besser mit Kunstköder oder Fliege.
Regeln
Viele Strecken verbieten Naturköder, etwa Fliegen-, Kunstköder- oder Catch-and-Release-Strecken, und manche Köder sind in Salmonidengewässern untersagt. Auch Vorgaben zu Einzelhaken und Widerhaken unterscheiden sich. Prüfen Sie Landesregeln, Gewässerordnung, Schonzeiten und Mindestmaße.
Die Ausrüstung im Einzelnen
- Lange, leichte Rute, oft teleskopisch
- Kleine Rolle oder ohne Rolle am Bach
- Feine Schnur, teils mit farbigem Stück als Bissanzeiger
- Feine Haken, möglichst ohne Widerhaken
- Feine Schrote passend zur Strömung, möglichst bleifrei
- Würmer, Maden, Insektenlarven, wo erlaubt
- Arterienklemme oder Hakenlöser
- Wathose oder Watstiefel
- Polbrille zum Lesen des Grundes
Schritt für Schritt
- Standplätze finden: Rinnen, Strömungskanten, unterspülte Ufer, hinter Steinen.
- Nur so viel Blei, dass der Köder mit der Strömung über Grund rollt.
- Oberhalb des Platzes einwerfen und die Schnur mit hoher Rute führen.
- Den Biss als Zupfen in Schnur und Rutenspitze spüren oder an der Schnur sehen.
- Früh anschlagen, damit der Fisch nicht tief schluckt.
- Mit Hakenlöser abhaken; bei geschlucktem Haken Schnur abschneiden.
Häufige Fehler
- Zu viel Blei: Hänger oder stehender Köder.
- Zu wenig Blei: Köder treibt über die Fische.
- Zu später Anschlag.
- Durch Standplätze oder Laichplätze waten.
Vor dem Angeln zu prüfende Regeln
- Naturköderverbote auf manchen Strecken.
- Welche Köder in Salmonidengewässern erlaubt sind.
- Einzelhaken, Schonhaken und Hakenanzahl.
- Schonzeiten und Mindestmaße der Forelle.
Zitierte Studien
- DuBois & Kuklinski (2004) Effect of Hook Type on Mortality, Trauma, and Capture Efficiency of Wild, Stream-Resident Trout Caught by Active Baitfishing North American Journal of Fisheries Management doi:10.1577/m02-172.1
Vergleicht Sterblichkeit, Verletzungen und Fangeffizienz je nach Hakentyp bei wilden Bachforellen, die aktiv mit Naturköder gefangen wurden. - Schill (1996) Hooking Mortality of Bait-Caught Rainbow Trout in an Idaho Trout Stream and a Hatchery: Implications for Special-Regulation Management North American Journal of Fisheries Management doi:10.1577/1548-8675(1996)016<0348:hmobcr>2.3.co;2
Misst die Hakensterblichkeit von mit Naturköder gefangenen Regenbogenforellen, mit Folgerungen für Sonderstrecken.